Refinanzierungswelle im DACH-Markt: Wer 2026 und 2027 neu finanzieren muss
Refinanzierungsbedarf im Mittelstand früh erkennen.
Inhalt
Über die europäische Refinanzierungswelle wird seit drei Jahren geschrieben. Meist mit derselben Dramaturgie: eine Mauer aus Fälligkeiten, ein verändertes Zinsumfeld, Banken, die sich zurückziehen.
Der Befund im Sommer 2026 ist differenzierter, und für Kreditgeber und Berater eigentlich interessanter.
Der Markt hat einen erheblichen Teil der Welle abgearbeitet, allerdings überwiegend durch Verschiebung statt durch echte Neustrukturierung. Nach Daten von PitchBook LCD ist das Volumen der 2027 fälligen europäischen Leveraged Loans zum 30. Juni 2026 auf 3,7 Mrd. Euro gesunken, von rund 9 Mrd. Euro Ende 2025. Der 2028er-Jahrgang schrumpfte im selben Zeitraum von 70,2 auf 44,7 Mrd. Euro. Gleichzeitig ist der 2031er-Block von 88,1 auf 98,7 Mrd. Euro gestiegen.
Das Fälligkeitsprofil hat sich also nach hinten verschoben. Das Risiko nicht.
Parallel dazu ist das ausgefallene Volumen im Morningstar European Leveraged Loan Index von 839 Mio. Euro im ersten Quartal 2025 auf 5,7 Mrd. Euro im Mai 2026 gestiegen, den höchsten Stand seit zwölf Jahren. Das Volumen der mit CCC gerateten Kredite hat sich von 6,7 Mrd. Euro im Januar 2024 auf 18,95 Mrd. Euro im Juni 2026 fast verdreifacht.
Für den nicht gerateten deutschen Mittelstand, der in diesen Indizes gar nicht auftaucht, gilt die gleiche Mechanik ohne die gleiche Sichtbarkeit. Genau darin liegt die Chance für Kreditgeber, die systematisch suchen.
Was hinter der Welle steckt
Die Mechanik ist unspektakulär. Unternehmenskredite im DACH-Mittelstand haben typische Laufzeiten von fünf bis sieben Jahren. Was 2019, 2020 oder 2021 zu historisch niedrigen Zinsen abgeschlossen wurde, wird jetzt fällig.
Besonders betroffen ist der Jahrgang 2021. Die europäischen Kanzleien und Berater, die den Markt beobachten, verweisen übereinstimmend auf diese Vintage: hohe Bewertungen, hoher Leverage, günstige Konditionen, oft endfällige Strukturen. Bird & Bird beziffert das bis 2028 in Europa fällig werdende Volumen auf 86,2 Mrd. Euro, überwiegend aus diesem Jahrgang.
Der Punkt ist nicht die Fälligkeit an sich. Refinanzierungen gehören zum normalen Geschäft. Der Punkt ist, dass die alte Struktur in vielen Fällen nicht mehr auf die heutige Situation passt.
Ein Unternehmen, das 2021 endfällig finanziert hat und seither zwei Zukäufe getätigt, ein neues Werk gebaut oder die Gesellschafterstruktur verändert hat, braucht 2026 keine Verlängerung. Es braucht eine neue Kapitalstruktur.
Und genau an dieser Stelle steigt die Hausbank häufig aus.
Drei Kräfte, die 2026 zusammenkommen
1. Endfällige Strukturen aus der Niedrigzinsphase
Ein großer Teil der Finanzierungen aus 2019 bis 2021 wurde mit Bullet-Strukturen oder minimaler laufender Tilgung abgeschlossen. Am Laufzeitende steht damit die volle Rückzahlung an, nicht ein abgeschmolzener Restbetrag.
Wer in der Zwischenzeit Investitionen vorgezogen hat, refinanziert nicht nur die Altschuld, sondern muss zusätzlichen Bedarf mitfinanzieren. Zur Funktionsweise endfälliger Strukturen und der Instrumente, die im Private Debt dafür zur Verfügung stehen, gibt unser Leitfaden zum Direct Lending im Mittelstand einen vollständigen Überblick.
2. CRR III verteuert ungeratete Unternehmenskredite
Seit dem 1. Januar 2025 gilt in der EU die Verordnung (EU) 2024/1623, allgemein als CRR III und im Marktjargon als Basel IV bezeichnet.
Das für den Mittelstand relevante Element ist der Output Floor nach Art. 92 Abs. 3 und Art. 465 Abs. 1 CRR III. Banken, die interne Risikomodelle nutzen, dürfen ihre risikogewichteten Aktiva nicht mehr beliebig unter dem Standardansatz ansetzen. Die Untergrenze liegt seit 2025 bei 50 Prozent und steigt bis 2030 schrittweise auf 72,5 Prozent.
Warum das für den Mittelstand zählt: Der Standardansatz sieht für Unternehmen ohne externes Rating grundsätzlich ein Risikogewicht von 100 Prozent vor, unabhängig von der tatsächlichen Bonität. Die überwiegende Mehrheit der deutschen Mittelständler hat kein externes Rating. Die höheren Eigenkapitalkosten gibt die Bank weiter, über den Zins oder über die Kreditentscheidung.
Zwei Einschränkungen, die man kennen sollte.
Erstens gibt es eine Übergangsregelung. Für Kredite an nicht extern geratete Unternehmen und KMU mit hinreichend geringer Ausfallwahrscheinlichkeit dürfen Institute bis mindestens Ende 2032 ein um 35 Prozent reduziertes Risikogewicht ansetzen. Dieser sogenannte hybride Ansatz dämpft den Effekt in der ersten Phase erheblich.
Zweitens hält die Deutsche Bundesbank die Belastung des Mittelstands ausdrücklich für begrenzt. Ihr Basel-III-Monitoring von 2024 kommt auf einen zusätzlichen Eigenkapitalbedarf deutscher Institute von zunächst 3,3 Prozent, ab 2030 von mehr als 10 Prozent. Den vollen Effekt sieht die Bundesbank erst ab 2030.
Wer heute behauptet, Basel IV habe die Mittelstandsfinanzierung bereits abgewürgt, argumentiert also über das Ziel hinaus. Richtig ist: Der Trend ist eindeutig, die Wirkung setzt schrittweise ein, und Banken preisen absehbare Regulierung erfahrungsgemäß vor, nicht nach.
3. Die EZB hat den Senkungszyklus beendet
Das ist die jüngste und in der Marktkommunikation noch am wenigsten verarbeitete Entwicklung.
Nach acht Senkungsschritten bis Juni 2025 hat die EZB im Juni 2026 erstmals wieder angehoben. Seit dem 17. Juni 2026 liegt der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,40 Prozent, der Einlagensatz bei 2,25 Prozent. Der 3-Monats-EURIBOR ist von rund 2,03 Prozent zu Jahresbeginn auf etwa 2,46 Prozent Anfang August gestiegen. Der Markt preist derzeit keine weiteren Senkungen ein.
Für Unternehmen mit anstehender Refinanzierung heißt das: Das Zeitfenster, in dem man auf günstigere Bedingungen warten konnte, hat sich geschlossen. Wer 2027 fällig wird, sollte nicht auf eine Zinswende nach unten kalkulieren.
Welche Unternehmen betroffen sind
Inhabergeführte Mittelständler mit auslaufenden Konsortial- oder Hausbankkrediten. Für sponsorlose Origination das interessanteste Segment. Diese Unternehmen haben oft eine jahrzehntelange Bankbeziehung und stoßen jetzt an deren Grenzen: Die Hausbank zögert bei der Aufstockung, das Volumen übersteigt die Bereitschaft der regionalen Struktur, oder die gewünschte Flexibilität ist im Standardkredit nicht darstellbar. Private Debt ist für sie oft die naheliegende, aber unbekannte Alternative.
Unternehmen in Übergangssituationen. Familienunternehmen in laufenden oder anstehenden Nachfolgeprozessen. Nach dem KfW-Nachfolge-Monitoring streben bis Ende 2029 jährlich rund 109.000 kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland eine Nachfolge an. Fällt die Refinanzierung der Altfinanzierung zeitlich mit einem Gesellschafterwechsel, einem MBO oder einer externen Übergabe zusammen, entsteht eine Komplexität, die das Standardraster der Bank regelmäßig überschreitet.
Kreditnehmer mit verschlechterter Bonität. Der unangenehme Teil. Wer 2021 mit 5,0x Leverage finanziert hat und heute bei 6,5x steht, weil das EBITDA nachgegeben hat, refinanziert nicht zu vergleichbaren Konditionen. Für Special-Situations- und Opportunistic-Strategien ist das ein wachsendes Feld, für klassische Senior-Lender ein Ausschlusskriterium.
Woran man Refinanzierungsbedarf erkennt
Die operative Frage für Kreditgeber und Berater lautet: Wie identifiziere ich Unternehmen, die in den nächsten zwölf bis achtzehn Monaten refinanzieren müssen, bevor der Prozess kompetitiv wird?
Kein einzelnes Signal reicht dafür. In Kombination entsteht ein belastbares Bild.
Fälligkeitsstruktur aus dem Jahresabschluss. Publizitätspflichtige Unternehmen weisen ihre Verbindlichkeiten im Anhang nach Restlaufzeit aus. Wer Bilanzen ab einer bestimmten Größenklasse systematisch auswertet, erkennt Unternehmen, deren langfristige Verbindlichkeiten 2026 oder 2027 in den kurzfristigen Bereich rutschen. Das ist der präziseste verfügbare Einstiegspunkt. Die Einschränkung: Handelsregisterdaten hinken dem Geschäftsjahr typischerweise 12 bis 18 Monate hinterher, und ein erheblicher Teil des Mittelstands ist gar nicht publizitätspflichtig.
Kapitalstruktur und Leverage-Headroom. Das Verhältnis von Nettofinanzschulden zu EBITDA zeigt, wie viel Spielraum realistisch besteht. Zwischen 2,0x und 4,5x liegt die klassische Zielzone für Direct Lender. Unter 2,0x ist die Wahrscheinlichkeit eines akuten Bedarfs gering, über 4,5x wird es außerhalb von Special Situations schwierig.
Investitionsmuster im Verhältnis zum operativen Cashflow. Unternehmen, die über zwei bis drei Jahre Capex deutlich oberhalb des operativen Cashflows gefahren haben, tragen den Finanzierungsbedarf bereits in der Bilanz. Dieses Signal läuft dem tatsächlichen Marktgang oft ein bis zwei Jahre voraus.
Gesellschafterstruktur und Altersprofil. Inhabergeführte Unternehmen mit Gesellschaftern jenseits der Mitte fünfzig und ohne erkennbare familieninterne Nachfolge stehen mit hoher Wahrscheinlichkeit vor einem Übergabeprozess. Läuft parallel die Bankfinanzierung aus, ist eine umfassende Neustrukturierung wahrscheinlich.
Die Kunst liegt in der Kombination. Wer nur nach Fälligkeiten filtert, übersieht die nicht publizitätspflichtigen Unternehmen. Wer nur nach Branche filtert, erhält Rauschen. Eine brauchbare Longlist entsteht, wenn mehrere Signaltypen gleichzeitig ausgewertet werden.
Was das für Direct Lender und Debt Advisor bedeutet
Für Direct Lender gilt: Die attraktiven Refinanzierungen im sponsorlosen Segment kommen nicht über Banker-Teaser. Sie entstehen über Direktansprache. Wer ein Unternehmen mit auslaufender Finanzierung sechs bis neun Monate vor Fälligkeit adressiert, tritt als Gesprächspartner auf und nicht als einer von fünf Bietern.
Die Marktkonvention hilft dabei: Kreditnehmer adressieren Fälligkeiten üblicherweise mindestens 18 Monate im Voraus, um Ratingdruck zu vermeiden. Alles, was bis Mitte 2028 fällig wird, ist damit ab sofort ein legitimer Gesprächsanlass.
Für Debt Advisory Boutiquen gilt die gleiche Logik mit umgekehrtem Vorzeichen. Ein Mandat, das bereits ausgeschrieben ist, wird über den Preis gewonnen. Ein Unternehmen, dessen Refinanzierung in neun Monaten fällig wird und das noch keinen Prozess gestartet hat, wird über Kompetenz gewonnen.
Beide stehen vor derselben operativen Frage: Wie skaliert man die Identifikation, ohne dass der Rechercheaufwand die Marge auffrisst?
Die klassischen Antworten haben bekannte Grenzen. Netzwerke und Intermediäre liefern zuverlässig denselben Ausschnitt und lassen sich nicht skalieren. Suchmaschinen und LinkedIn zeigen ein Unternehmen erst, wenn es selbst aktiv kommuniziert, und dann ist der Prozess meist schon gestartet. Traditionelle Firmendatenbanken liefern Rohdaten, aber keine Filterung nach Finanzprofil und Fälligkeitssituation, und schon gar nicht die Kombination aus beidem.
Vom Signal zur Ansprache
ProxDeal ist als KI-gestützte Origination-Plattform für den DACH-Mittelstand gebaut. Die Datenbasis umfasst über 7 Millionen DACH-Unternehmen und mehr als 992 Millionen Datensignale, verteilt auf 592 Millionen für Deutschland, 180 Millionen für Österreich und 220 Millionen für die Schweiz.
Für den Refinanzierungs-Use-Case heißt das konkret:
Suche in natürlicher Sprache. Das Zielprofil wird als Freitext beschrieben, nicht über Branchencodes zusammengeklickt. Eine Hypothese wie "produzierende Unternehmen in Baden-Württemberg und Bayern, 30 bis 80 Mio. Euro Umsatz, EBITDA-Marge über 10 Prozent, inhabergeführt, Geschäftsführer seit über 15 Jahren im Amt" wird von den KI-Analysten direkt in eine Longlist übersetzt. WZ-Codes lassen sich ergänzend verwenden, sind aber nicht der Einstieg. Das ist der entscheidende Unterschied zu Listenanbietern, deren Suche auf der Codeliste beginnt und dort auch endet.
Kombinierbare Finanz- und Strukturfilter. Umsatzgröße, Eigenkapitalquote, Verschuldungsgrad, Ergebnisentwicklung, Gesellschafterstruktur, Holdingkonstruktionen, Gründungsjahr, Region bis auf PLZ-Ebene.
Entscheiderkontakte statt Zentralen. Für die Erstansprache per Brief, E-Mail oder Telefon der Unterschied zwischen einer Antwort und einem Vorgang in der Poststelle.
Longlist mit über 100 Parametern, exportierbar als Excel. Aus einer Investitionsthese oder einem Sektorfokus wird in 5 Minuten eine priorisierte Ansprechliste.
Welche Fehler dabei am häufigsten passieren und wie ein belastbares Zielprofil aussieht, behandeln wir ausführlich unter Investment Targets im Private Debt identifizieren.
Fazit
Die Refinanzierungswelle 2026 bis 2028 ist real, aber sie ist kein Ereignis mit Stichtag. Der Markt hat einen erheblichen Teil der kurzfristigen Fälligkeiten durch Amend-and-Extend nach hinten geschoben. Die Kredite sind damit nicht besser geworden, nur später fällig, was sich an den steigenden Ausfall- und CCC-Volumina ablesen lässt.
Für Kreditgeber und Berater bedeutet das eine längere, aber auch verlässlichere Opportunität als die Schlagzeilen von 2023 nahelegten. Wer wettbewerbsfähig sourcen will, muss zwei Dinge gleichzeitig leisten: Unternehmen mit konkretem Finanzierungsanlass früh identifizieren und sie ansprechen, bevor der Prozess kompetitiv wird.
Wer erst anruft, wenn die Ausschreibung läuft, ist einer von zehn.
Longlist erstellen und in 5 Minuten die ersten qualifizierten Refinanzierungskandidaten identifizieren.
Häufige Fragen
Was ist die Refinanzierungswelle 2026/27?
Gemeint ist die Häufung von Unternehmenskrediten, deren Laufzeiten zwischen 2026 und 2028 enden und die neu strukturiert werden müssen. Betroffen sind vor allem Finanzierungen aus der Niedrigzinsphase 2019 bis 2021 mit Laufzeiten von fünf bis sieben Jahren. Ein erheblicher Teil der kurzfristigen Fälligkeiten wurde 2025 und 2026 durch Verlängerungen nach hinten verschoben, das Volumen der 2031 fälligen europäischen Leveraged Loans ist im Gegenzug gestiegen.
Welche Auswirkung hat CRR III auf die Refinanzierung im Mittelstand?
CRR III begrenzt über den Output Floor, wie weit Banken mit internen Risikomodellen unter den Standardansatz gehen dürfen. Die Untergrenze liegt seit 2025 bei 50 Prozent und steigt bis 2030 auf 72,5 Prozent. Da der Standardansatz für Unternehmen ohne externes Rating ein Risikogewicht von 100 Prozent vorsieht, werden solche Kredite für Banken teurer. Eine Übergangsregelung erlaubt bis mindestens Ende 2032 ein um 35 Prozent reduziertes Risikogewicht für nicht geratete Unternehmen mit geringer Ausfallwahrscheinlichkeit, was den Effekt in der Anfangsphase dämpft.
Werden Banken im Mittelstand tatsächlich zurückhaltender?
Der Befund ist nicht einheitlich. Die Deutsche Bundesbank sieht die Mittelstandsfinanzierung durch das Basel-III-Reformpaket ausdrücklich nicht belastet und beziffert den zusätzlichen Eigenkapitalbedarf deutscher Institute auf zunächst 3,3 Prozent. Beobachtbar ist dagegen, dass Banken bei Akquisitionsfinanzierungen, Wachstumskapital ohne klassische Sicherheiten und mezzanine-ähnlichen Strukturen deutlich selektiver agieren als vor drei Jahren.
Welche Alternativen zur Bankfinanzierung gibt es?
Direct Lending durch Private-Debt-Fonds, Mezzanine-Finanzierungen, Schuldscheindarlehen und für größere Adressen Unternehmensanleihen. Direct Lending ist ab etwa 5 bis 10 Mio. Euro sinnvoll, Schuldscheindarlehen werden typischerweise ab 20 Mio. Euro relevant.
Woran erkennen Direct Lender Unternehmen mit Refinanzierungsbedarf?
Verlässliche Signale sind die Fälligkeitsstruktur im Anhang publizierter Jahresabschlüsse, das Verhältnis von Nettofinanzschulden zu EBITDA, Investitionsmuster im Verhältnis zum operativen Cashflow sowie die Alters- und Gesellschafterstruktur bei inhabergeführten Unternehmen. Einzeln ist keines dieser Signale belastbar, in Kombination liefern sie eine brauchbare Trefferquote.
Wie lange dauert eine Refinanzierung über einen Debt-Fonds?
Vom ersten Gespräch bis zur Auszahlung acht bis vierzehn Wochen, bei guter Vorbereitung sechs. Entscheidend ist der Startzeitpunkt: idealerweise sechs bis neun Monate vor Fälligkeit.
Was sollten betroffene Unternehmen jetzt tun?
Drei Schritte. Erstens die eigene Finanzierungsstruktur mit allen Fälligkeiten und Covenants vollständig dokumentieren. Zweitens die Bonitätssituation prüfen lassen, notfalls indikativ. Drittens den Markt sondieren, sinnvollerweise mit einem erfahrenen Debt Advisor. Wer sechs Wochen vor Fälligkeit aktiv wird, verhandelt ohne Alternative.
Was bedeutet die Welle für Debt Advisory Boutiquen?
Sie ist eines der strukturell stärksten Mandatsthemen der kommenden Jahre, allerdings nur für Häuser, die proaktiv ansprechen. Da Kreditnehmer Fälligkeiten üblicherweise mindestens 18 Monate im Voraus adressieren, ist alles bis Mitte 2028 Fällige bereits heute ein legitimer Gesprächsanlass. Diese Unternehmen finden sich nicht zufällig, sie müssen systematisch identifiziert werden.
Quellen
- PitchBook LCD, europäisches Fälligkeitsprofil und Leveraged Loan Default Monitor, Stand 30. Juni 2026
- Morningstar European Leveraged Loan Index (ELLI), Ausfall- und CCC-Volumina, Juni 2026
- Bird & Bird, Navigating the European Leveraged Finance Landscape in 2026
- Verordnung (EU) 2024/1623 (CRR III), Art. 92 Abs. 3 und Art. 465 Abs. 1, ABl. vom 19. Juni 2024
- Deutsche Bundesbank, Basel-III-Reformpaket: Finanzierung des Mittelstandes nicht belastet, sowie Ergebnisse des Basel-III-Monitoring für deutsche Institute (2024)
- KfW Research, Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2025
- Europäische Zentralbank, Leitzinsbeschluss mit Wirkung zum 17. Juni 2026
- EMMI, EURIBOR-Fixings, Stand 3. August 2026
- Ropes & Gray, Deferred, Not Defused: Three Forces Reshaping Restructuring in 2026
Stand: 8. August 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Finanzierungs- oder Rechtsberatung im Einzelfall.
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