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Automatisiert Target-Unternehmen monitoren mit Claude

Wie Sie Zielunternehmen mit Claude und ProxDeal automatisch überwachen: welche Signale zählen und wie Sie das Monitoring einrichten.

Peter Rohlfs··5 min read
Cover image: Automatisiert Target-Unternehmen monitoren mit Claude
Contents

Fast jeder, der im M&A-Umfeld arbeitet, hat mindestens eine Liste. Fünfzig, hundert, manchmal zweihundert Unternehmen, die man im Blick behalten will. Ein paar davon hat man vor zwei Jahren angesprochen, damals war es zu früh. Bei anderen wartet man auf den Moment, in dem der Gesellschafter über Nachfolge nachdenkt.

Und dann passiert bei einem dieser Unternehmen etwas Relevantes, ein neuer Jahresabschluss, ein Gesellschafterwechsel, ein neuer wirtschaftlich Berechtigter, und man erfährt davon zufällig über LinkedIn, über einen Kollegen oder gar nicht.

Genau dafür gibt es das Monitoring. Ihre gespeicherte ProxDeal-Longlist wird im Hintergrund regelmäßig geprüft und Sie hören nur dann davon, wenn sich tatsächlich etwas verändert hat, per Push-Benachrichtigung oder per Mail.

Was Sie überwachen können

Nicht jede Änderung ist ein Anlass, zum Telefon zu greifen. Vier Signale haben sich als die relevanten herausgestellt:

Ein neuer Jahresabschluss ist da. Sobald ein neues Geschäftsjahr veröffentlicht wird, wissen Sie, ob das Unternehmen gewachsen ist, ob es die Marge gehalten hat oder ob sich die Verschuldung verändert hat. Für ein Target, das Sie seit Monaten oder Jahren beobachten, ist das oft die Antwort auf die Frage, ob es jetzt interessant wird.

Die Gesellschafterstruktur hat sich geändert. Ein neuer Anteilseigner, ein ausgeschiedener Mitgesellschafter, eine veränderte Quote. Das ist selten Zufall und meistens der Anfang einer internen Nachfolgeregelung, eines Einstiegs von Investoren oder der Vorbereitung eines Verkaufs.

Es gibt einen neuen wirtschaftlich Berechtigten. Wenn sich die UBO-Kette ändert, hat sich in der Regel oben etwas bewegt: eine Holding wurde zwischengeschaltet, ein Familienstamm hat übertragen, ein Finanzinvestor ist eingestiegen. Wer das früh sieht, kommt nicht als Zwanzigster ins Gespräch.

Das Nachfolgesignal hat sich verschoben. Das Alter der Geschäftsführung ist die naheliegendste Kennzahl. Ein Geschäftsführer, der bei der ersten Recherche 61 war, ist heute 64; bei einem Unternehmen ohne erkennbare Nachfolge in der Gesellschafterstruktur wird das mit jedem Jahr relevanter.

So richten Sie das Monitoring ein

Voraussetzung ist der in Claude verbundene ProxDeal-Connector. Sie beschreiben das Monitoring einfach im Chat.

  1. Sagen Sie, was überwacht werden soll. Welche Ihrer gespeicherten Listen, worauf geachtet werden soll, in welchem Abstand geprüft wird und wie Sie informiert werden möchten, per Push-Benachrichtigung oder per Mail. Claude findet die passende Liste selbst und lädt die vollständigen Daten dazu.
  2. Schauen Sie sich den Entwurf an. Claude baut zuerst eine Vorschau des Monitorings: welche Unternehmen drin sind, welche Felder geprüft werden, wie die Benachrichtigung aussieht.
  3. Bestätigen Sie den Zeitplan. Passt der Entwurf, legt Claude den wiederkehrenden Zeitplan an. Intervall und Prüfzeitpunkt lassen sich später jederzeit ändern.
  4. Fertig. Ab jetzt läuft die Prüfung im Hintergrund. Ist ein neuer Jahresabschluss veröffentlicht oder hat sich die Gesellschafterstruktur verändert, bekommen Sie eine Benachrichtigung. Passiert nichts, hören Sie auch nichts.

Video-Anleitung: Den kompletten Ablauf sehen Sie in dieser kurzen Demo.

Wie eine brauchbare Benachrichtigung aussieht

Ein Alert, der nur „Änderung bei Musterbau GmbH“ meldet, verursacht Arbeit, statt sie zu sparen. Ein Beispiel-Alert kann folgendermaßen aussehen:

Musterbau GmbH – neuer Jahresabschluss (GJ 2025)
Umsatz 14,2 Mio. € (Vorjahr 11,8 Mio. €, +20 %)
EBIT-Marge 9,1 % (Vorjahr 7,4 %)
Gesellschafter unverändert, GF-Alter 63
→ Profil öffnen

Genau solche Details legen Sie beim Entwurf fest. Wenn Sie für Ihre Entscheidung die Eigenkapitalquote brauchen, passen Sie dies dementsprechend an.

Für Teams mit eigenem Automatisierungs-Stack

Wer ohnehin mit n8n, Make oder eigenen Skripten arbeitet, kann dasselbe Monitoring direkt gegen die ProxDeal-API bauen: ein Schedule-Trigger, die Datenabrufe pro Unternehmen, ein Abgleich mit dem letzten Stand, und der Alert geht in den Kanal, in dem Ihr Team ohnehin arbeitet, z. B. in Slack, Teams oder als Notiz ins CRM.

Der Vorteil dieser Variante ist der CRM-Kontext. Wenn im Alert neben der Änderung auch der eigene Gesprächsstand steht („letzter Kontakt 03/2024, Notiz: Nachfolge in 2–3 Jahren Thema“), ist die Entscheidung noch schneller getroffen.

Häufige Fragen

Wie oft sollte geprüft werden?

Wöchentlich, wenn Sie im aktiven Prozess sind. Monatlich reicht für eine reine Beobachtungsliste. Häufiger als wöchentlich bringt nichts. Registerdaten und Jahresabschlüsse ändern sich nicht im Tagesrhythmus.

Kann ich Intervall und Benachrichtigung später ändern?

Ja. Prüfzeitpunkt, Intervall und Form der Benachrichtigung lassen sich jederzeit anpassen, ohne das Monitoring neu aufzusetzen.

Wie groß darf die Liste sein?

Technisch gibt es keine harte Grenze, die Kosten skalieren linear mit der Anzahl. Ab einigen hundert Unternehmen lohnt es sich, die Prüfintervalle zu staffeln und nicht bei jedem Lauf alles abzufragen.

Bekomme ich auch Insolvenzen mit?

Die Insolvenzdaten liegen in ProxDeal in einem eigenen Bereich. Ein Abgleich der Liste gegen neue Verfahren lässt sich zusätzlich einrichten, was gerade für Distressed-M&A ein sinnvoller Zusatz ist.

Was ist der Unterschied zum automatisierten Deal-Flow?

Das Monitoring prüft eine feste Liste auf Änderungen. Beim laufenden Deal-Flow geht es darum, die Liste selbst zu erweitern, sprich neue Unternehmen zu finden, die zu Ihrem Profil passen.

Brauche ich Programmierkenntnisse?

Nein. Sie beschreiben das Monitoring im Chat, den Rest übernimmt Claude über den ProxDeal-Connector.

So kommen Sie da hin

Der Einstieg ist der ProxDeal-Connector in Claude. Das einmalige Verbinden dauert keine fünf Minuten und ist hier Schritt für Schritt beschrieben. Danach reicht ein Satz im Chat, um das erste Monitoring aufzusetzen.

Wenn Sie lieber gemeinsam draufschauen: In einem kurzen Deep-Dive-Call gehen wir Ihre Liste durch und klären, welche Signale für Ihren Prozess die relevanten sind.

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